Vorstellung des Fahrradprojekts der Paulus-Paulsen-Schule
Bewegung, Selbstständigkeit, Verkehrssicherheit und gemeinsames Lernen auf zwei Rädern: Die Paulus-Paulsen-Schule hat in den vergangenen Jahren ein umfassendes Fahrrad- und Mountainbikeprojekt aufgebaut, das inzwischen weit über den regulären Sportunterricht hinausgeht. Für dieses Engagement wurde die Schule beim bundesweiten Wettbewerb „Deutschlands fahrradfreundlichste Schule“ von AKTIONfahrRAD und der Deutschen Verkehrswacht mit dem 1. Platz in der Kategorie „Bestes schulisches Projekt“ ausgezeichnet.
Im Rahmen der Deutschen Mountainbike-Schulmeisterschaften am 21. und 22. September reiste die Paulus-Paulsen-Schule gemeinsam mit Schülern nach Nürnberg. Dort nahm das Team nicht nur selbst an den Deutschen Meisterschaften teil, sondern durfte zugleich die bundesweite Auszeichnung für das „Beste schulische Projekt“ persönlich entgegennehmen. Damit wurde das Wochenende für die Schüler zu einem besonderen Höhepunkt: Sie konnten sich sportlich mit anderen Schulen aus ganz Deutschland messen und gleichzeitig die Anerkennung für ein Projekt entgegennehmen, das sie selbst aktiv mitgestaltet haben.
Am vergangenen Freitag präsentierten die Schüler ihren Preis und stellten das Projekt ihren Unterstützern, Kooperationspartnern und Vertretern der Presse vor. Möglich wurde die kontinuierliche Weiterentwicklung auch durch die Unterstützung der Nord-Ostsee Sparkasse: Insgesamt flossen rund 14.000 Euro aus dem Hübner-Stiftungsfonds der Nospa Nord-Ostsee Stiftung in das Fahrradprojekt. „Dieses Fahrradprojekt ist für uns ein echtes Herzensprojekt. Unsere Förderung kommt hier unmittelbar bei den Kindern und Jugendlichen an. Besonders schön ist zu sehen, wie sie gemeinsam etwas schaffen, Verantwortung übernehmen und dabei mit viel Freude lernen. Genau dieses Miteinander möchten wir unterstützen.“ sagte Frauke Hegemann, Vorstandsvorsitzende der Nord Ostsee Sparkasse, bei der Vorstellung des Projektes am Freitag. Weitere finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt vom Flensburger Lions-Club sowie vom Landessportverband Schleswig-Holstein.
Seit dem Projektstart wurden insgesamt 18 Fahrräder angeschafft. Neben regelmäßigen Mountainbike-Touren gehören ein Fahrtechnik- und Geschicklichkeitsparcours, eine Airbag-Landung zum sicheren Erlernen von Sprüngen sowie ein eigens entwickeltes Trainingsbuch zum Konzept. Mit diesem können die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten Schritt für Schritt selbstständig weiterentwickeln und ihre individuellen Fortschritte dokumentieren.
Ein besonderer Meilenstein ist der gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern gebaute, rund 200 Meter lange Flow-Trail rund um das Schulgebäude. Die Strecke mit Kurven, Wellen und verschiedenen Fahrelementen ist fertiggestellt und wartet derzeit noch auf die abschließenden Prüfungen und Genehmigungen, bevor sie regulär im Schulbetrieb genutzt werden kann.
Das Fahrradprojekt verbindet sportliche Bewegung mit Verkehrserziehung, technischem Verständnis und handlungsorientiertem Lernen. Die Kinder und Jugendlichen lernen nicht nur sicher Fahrrad zu fahren, sondern beschäftigen sich auch mit Wartung und Reparatur der Räder und wirken bei Bau, Pflege und Weiterentwicklung der Strecke mit. Erstmals soll in diesem Schuljahr zudem ein Nachholtermin für die Fahrradprüfung speziell für Schülerinnen und Schüler der Förderzentren angeboten werden.
Das Angebot richtet sich bislang insbesondere an die Lerngruppen der Paulus-Paulsen-Schule und des Zentrums für kooperative Erziehungshilfe. Zusätzlich startete ein Ganztagsangebot für Schülerinnen und Schüler der Käte-Lassen-Schule; über die Kooperation mit dem TSB Flensburg können weitere Kinder und Jugendliche teilnehmen.
Langfristig soll das Projekt noch stärker schulübergreifend geöffnet werden. Ziel ist es, das Gelände der Paulus-Paulsen-Schule zu einem Begegnungs- und Bewegungsort zu entwickeln, an dem Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Schulen und Schulformen sowie aus dem Vereinssport gemeinsam Fahrrad fahren, lernen und Verantwortung übernehmen können.
Die bundesweite Auszeichnung ist dabei nicht nur Anerkennung für die bisherige Arbeit, sondern zugleich Ansporn für die nächsten Schritte.
Dafür braucht es weitere Unterstützung: Geplant ist die Anschaffung eines Anhängers, der mit Fahrrädern und dem notwendigen Material ausgestattet wird und es ermöglicht, den mobilen Trainingsparcours direkt auf die Schulhöfe weiterer Schulen und Förderschulen zu bringen.